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Schlagwort: schule

Erste-Hilfe-Kurs für Lehrkräfte

von Eva Dernóczi

Am 12. März 2026 fand am Carl-Reuther-Berufskolleg erneut der zweijährliche Erste‑Hilfe‑Grundkurs für das Kollegium statt. In einer ganztägigen Fortbildung vermittelte uns unser Kollege Torsten Fuchs praxisnahes Wissen, das im Schulalltag unverzichtbar ist – sowohl für Lehrkräfte als auch für alle Mitarbeitenden. Torsten Fuchs ist seit ca. 20 Jahren Rettungssanitäter und seit seinem 30. Lebensjahr bereits „Erste‑Hilfe‑Ausbilder“ beim Deutschen Roten Kreuz. In unserem Kolleg ist er der Sicherheitsbeauftragter für den Bereich Erste Hilfe. Wir alle waren und sind daher froh, dass er uns regelmäßig schult. Bereits im Vorfeld zeigte das große Interesse, wie wichtig diese Auffrischung für viele war. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen nahmen teil, um ihre Kenntnisse aufzufrischen, zu erweitern, praktische Abläufe zu üben und wieder mehr Sicherheit für den Ernstfall zu gewinnen.

Warum die Schulung so wichtig ist

Nach einer herzlichen Einleitung teilte uns Torsten Fuchs in Kleingruppen ein. Wir erhielten unterschiedliche Fallkarten, auf denen verschiedene Verletzungen beschrieben waren. Einer aus der Gruppe war der Verletzte und die anderen sollten ihn mit Materialien aus dem Erste-Hilfe-Kasten versorgen – zum Beispiel mit einer Wundauflage, einer Mullbinde oder einem Pflaster. Die Verletzungen reichten von einem verletzten Daumen über eine Wunde an der Handfläche bis hin zu einer Platzwunde am Kinn. Zum Abschluss stellte jede Gruppe ihre Ergebnisse vor, die natürlich zum Teil auch sehr lustig aussahen. Torsten Fuch gab dann sein professionelles Feedback zu unserer Wundversorgung. Wir merkten schnell, dass Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßige Wiederholung erfordern – nicht nur, um Abläufe zu verinnerlichen, sondern auch, weil sich Richtlinien immer wieder verändern. Genau das wurde zum Beispiel deutlich, als wir über das Thema Wiederbeatmung sprachen.

Reanimationsmaßnahmen müssen schnell und routiniert erfolgen

Die Beatmung ist zum Beispiel bei Atemstillstand für Laien als Reanimationsmaßnahme inzwischen nicht mehr verpflichtend, aber sinnvoll. Entscheidend für die Soforthilfe ist vor allem die Herzdruckmassage, nachdem man ca. 10 Sekunden die Atmung überprüft hat. Diese soll man fortführen, bis der Rettungsdienst übernimmt bzw. die Person wieder normal atmet oder ein AED (Defibrillator) eintrifft und angewendet wird. Auch dieses Gerät konnten wir alle einmal testen, um im Notfall zu wissen, wo die Elektroden am Körper anzubringen sind. Außerdem erhielten wir eine Einführung in die neuen Wiederbelebungspuppen, die zukünftig sogar im Unterricht von den Schülern eingesetzt werden können.

Üben stärkt Sicherheit

Für viele Teilnehmende war der Kurs eine wertvolle Gelegenheit, Abläufe praktisch auszuprobieren – vom Notruf über stabile Seitenlage bis hin zu Herz‑Druck‑Massage. Der Austausch unter den Kolleginnen und Kollegen, wie auch das gemeinsame Training, machten die Fortbildung lebendig und praxisnah. Gerade im schulischen Alltag, in dem viele Menschen zusammenkommen und immer wieder unerwartete Situationen auftreten können, bietet ein sicherer Umgang mit Notfällen ein wichtiges Gefühl der Handlungskompetenz.

Dank an alle Beteiligten

Ein besonderer Dank gilt dem durchführenden Kollegen, der mit viel Erfahrung und Engagement durch den Tag führte. Dank seiner anschaulichen Erklärungen und der praxisorientierten Übungen fühlten sich am Ende viele deutlich sicherer. Wir freuen uns schon auf den nächsten „Erste‑Hilfe‑Tag“ – und sind bis dahin gut vorbereitet.

Einführung der Metallbauer in die Schmiede

Kürzlich erhielten die Metallbauer im zweiten Ausbildungsjahr einen kleinen Grundschmiedekurs in der schuleigenen Schmiede. Nach einer Sicherheitsunterweisung wurde als erster Schmiedevorgang aus einem Stück Rundstahl eine viereckige Spitze gefertigt. Dies erforderte erhebliche Hitze und viele Hammerschläge.  

Die nächste Aufgabe bestand darin, einen Knoten zu schmieden, was mehrere Arbeitsschritte erforderte. Zunächst musste ein dünner Rundstab mit Hilfe eines Biegehorns in eine U-Form gebogen werden. Daraufhin haben die Auszubildenden aus dem U eine Schlaufe geschmiedet. Anschließend wurde das eine Ende durch die Schlaufe gezogen und der Knoten am Schraubstock gestreckt und zugezogen.  

Als letzter Schritt wurde ein Ende des Knotens platt geschmiedet und eine Bohrung vorgenommen, damit der Knoten an einem Schlüsselanhänger angebracht werden konnte.  

Ziel war es den Schülern die faszinierende Welt der Warmverarbeitung und damit die Wurzel ihres Berufes zu zeigen. 

Kreativität aus Beton

Die Klasse GI24A des Technischen Gymnasiums schuf im Bautechnik-Unterricht kreative Skulpturen und Gebrauchsgegenstände aus Beton.

Mathematik zum Anfassen Teil 1: „Marshmallow-Challenge“ in der TH24A

Von Markus Horst

Im Rahmen der Einführung in die Vektorrechnung hat die Klasse TH24A (HBFS-Oberstufe, Bildungsgang Ingenieurtechnik) im Fach Mathematik mal eine besondere Herausforderung angenommen: die sogenannte „Marshmallow-Challenge“. Ziel der Aufgabe war es, aus wenigen Materialien – Spaghetti, Klebeband, Schnur und einem Marshmallow – einen möglichst hohen, freistehenden Turm zu bauen, an dessen Spitze der „Mäusespeck“ dauerhaft hält.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Der höchste Turm erreichte eine Höhe von 82 cm. Noch wichtiger als die reine Höhe waren jedoch die Erkenntnisse, die die Schülerinnen und Schüler während des Bauprozesses gewonnen haben.

Sehr schnell wurde deutlich, dass Stabilität nicht durch Zufall entsteht. Hypothesen mussten überprüft, Konstruktionen angepasst und teils komplett neu gedacht werden. Genau hier zeigte sich der didaktische Kern der Aufgabe: Lernen ist ein iterativer Prozess, der vom Ausprobieren, vom Scheitern und vom erneuten Ansetzen lebt.

Die Marshmallow Challenge verdeutlichte anschaulich, dass Design Thinking nicht nur in Technik, Wirtschaft oder Produktentwicklung eine Rolle spielt, sondern auch im Mathematikunterricht sinnvoll eingesetzt werden kann. Eigenständiges Handeln, kreatives Problemlösen und reflektiertes Vorgehen sind zentrale Kompetenzen – beim Bauen ebenso wie beim Lernen mathematischer Inhalte.

Schulkinowochen: TH24A im Kur-Theater Hennef

Von Markus Horst

Im Rahmen der Schulkinowochen besuchte die Klasse TH24A (HBFS-Oberstufe Ingenieurtechnik) am 22.01.2026 das Kur-Theater Hennef. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Klasse an den Schulkinowochen teilgenommen – damals mit dem Film Heisenberg, der thematisch naheliegend an einen der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts anknüpfte.

In diesem Jahr fiel die Wahl bewusst auf einen anderen Zugang: Gezeigt wurde der Film „KNEECAP“, der sich mit Identität, Sprache, gesellschaftlichem Druck und kultureller Selbstbehauptung auseinandersetzt. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen irisch-sprachigen Hip-Hop-Gruppe aus Belfast, die Musik als Ausdrucksmittel nutzt, um politische, soziale und persönliche Themen zu verhandeln. Dabei verbindet KNEECAP Humor, Provokation und Gesellschaftskritik und eröffnet einen Blick auf kulturelle Dynamiken jenseits klassischer naturwissenschaftlicher Fragestellungen.

Gerade dieser Perspektivwechsel machte den Kinobesuch für den Bildungsgang besonders wertvoll: Technische Ausbildung bedeutet nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, gesellschaftliche Zusammenhänge zu reflektieren, unterschiedliche Denkweisen nachzuvollziehen und kulturelle Ausdrucksformen einzuordnen.

Im Anschluss an die Filmvorführung erhielten interessierte Schülerinnen und Schüler zudem einen Einblick in die aktuelle Kinovorführungstechnik. Die technische Ausstattung sowie Abläufe hinter den Kulissen wurden anschaulich erklärt und stießen auf großes Interesse – insbesondere mit Blick auf die Verbindung von Medientechnik, Automatisierung und Steuerung.

Grundstufe Bautechnik: Dänische Maurerinnen und Maurer zu Gast am CRBK

Vom 23. bis 27. Februar 2026 waren 20 angehende Maurerinnen und Maurer unseres Erasmus+ Partners Herningsholm aus Dänemark am CRBK zu Gast. Gemeinsam mit den Auszubildenden der Baugrundstufe arbeiteten sie in einem Peer-Learning-Projekt.

Mit dem Mauerwerksbau als Lernträger stand dabei vor allem die Förderung personaler und interkultureller Kompetenzen im Mittelpunkt. Schon bei der Vorstellung der Projektaufgabe machte Berufsschullehrer und EU-Koordinator Paul Schroeder deutlich, worum es eigentlich ging: „Es geht hier nicht um das Mauern – sondern um Kommunikation und Kooperation.“ Also Schlüsselkompetenzen modernen Arbeitens – unabhängig davon, ob im Handwerk, in der Industrie oder im Dienstleistungssektor.

Mit einem Bingospiel zum Projektauftakt und der Erarbeitung von Fachvokabular auf Englisch, Deutsch und Dänisch wurde auf beiden Seiten die Hemmschwelle des Kommunizierens in einer Fremdsprache gebrochen. Behilflich dabei war der eigens erstellt KI Assistent Baulingua und natürlich die nonverbale Kommunikation mit Händen und Füßen.

Im Klassenraum lernten die dänischen Auszubildenden zunächst die deutsche Steinformate Maßordnung kennen. Anschließend entwickelten sie gemeinsam mit den heimischen Auszubildenden eine Verbandslösung für das später zu errichtende Mauerstück. Abschließend mussten die heimischen Auszubildende eine anleitende Rolle übernehmen: Das Mauerstück sollte als isometrische Zeichnung händisch dargestellt werden. Das wird in Dänemark nicht gelernt.

In der Bauhalle entstand zielgruppengerechter Englischunterricht für Handwerker zum Anfassen: Alle Werkzeuge und Materialien mussten am Arbeitsplatz bereitgestellt und die Position der Mauerecke maßgenau markiert werden. Danach übernahmen die heimischen Auszubildenden wie angedacht die Führungsrolle. Sie erklärten und demonstrierten, wie der Mörtel angemischt wird, wie und auf welches Maß Steine geschlagen werden und wie sie die erste Schicht setzen. Sie leiteten Arbeitstechniken an, halfen tatkräftig beim Steine setzen und überwachten die Qualität.

So stellten die deutschen Auszubildenden schnell fest, dass ihre dänischen Partner dazu neigten, die Stoßfugen zu breit anzulegen. Ein dänischer Teilnehmer erklärte: „Wir haben uns gerade daran gewöhnt, die Fuge 1,2 Zentimeter breit zu machen – in Deutschland macht ihr aber nur einen Zentimeter. Das ist jetzt schwierig.“

Auch die Konsistenz des Mörtels, die Maßgenauigkeit und das Saugverhalten der Steine und die deutsche Maßordnung erforderten von den Gästen eine gewisse Umstellung. Für die heimischen Auszubildenden bestand die Herausforderung wiederum darin, ihre Arbeitsweisen verständlich zu erklären und flexibel auf ihre Partner einzugehen. „Wir brauchen Englischunterricht.“ forderte Joachim aus dem ersten Lehrjahr. Mehr Motivation für die Berufsschule ist doch kaum zu erreichen!

„Es war spannend zu beobachten, ob und wie sich meine Schülerinnen und Schüler an den Ausbildungsstand, den Charakter und die Arbeitsweise ihrer dänischen Partnerinnen und Partner anpassen“, berichtet Schroeder. Für einige sei genau dieser zwischenmenschliche Aspekt die größte Herausforderung gewesen.

Wie kreativ die Auszubildenden dabei vorgingen, zeigten ihre spontanen Lösungen: „Ich habe hier mit dem Übersetzer eine Anleitung auf Dänisch skizziert“, erklärte Lucy und zeigte auf ihre Notizen. Avdulla ergänzte: „Hier sind die Schichthöhen, damit er sie immer kontrollieren kann.“ und zeigte auf einen eng beschriebenen Mauerstein. Manchmal sorgten unterschiedliche Arbeitsgewohnheiten auch für Überraschungen. „Boah, was soll ich machen? Der richtet jeden Stein mit der Wasserwaage aus“, meinte Sven genervt. Ben und Miguel hatten derweil eine klare Strategie entwickelt: „Wir helfen immer bei den Ecksteinen – und dann mauern sie den Rest.“

Abgerundet wurde das Projekt durch Kleingruppenführungen zwischen den Fundamenten und auf dem Dach des Kölner Doms sowie einen gemeinsamen Besuch in einem Brauhaus. Spätestens an diesem Nachmittag in Köln zeigte sich, dass das Projekt sein Ziel erreicht hatte: junge Menschen zusammenzubringen, sie in ihrer Berufswahl zu bestärken und ihnen einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen – und damit auch zu zeigen, welchen Beitrag das erlernte Handwerk zur eigenen Identität leisten kann.

Material, Werkzeuge und Bewirtung für das Projekt wurden aus den Fördermitteln der Europäischen Union für das Erasmus+ Projekt des Carl-Reuther-Berufskolleg finanziert. Die räumlichen und personellen Ressourcen stellte die Abteilung Bautechnik des CRBK mit Unterstützung der Schulleitung, EU-Koordination und dem Fachpraxisunterricht Ernährung und Versorgung.

Ein Dank gilt den heimischen Ausbildungsunternehmen Kratz Bauunternehmung, Kraus Bauunternehmung und Jochem Schwippert Baugesellschaft, die ihre Auszubildenden für die Teilnahme am Projekt von ihren betrieblichen Aufgaben freistellten.