Verkehrssicherheit hautnah erleben – Zwei erfolgreiche Verkehrssicherheitstage am Carl-Reuther-Berufskolleg
Am 8. und 9. Juli 2026 stand am Carl-Reuther-Berufskolleg in Hennef alles im Zeichen der Verkehrssicherheit. Von 8:00 bis 14:00 Uhr konnten Schülerinnen und Schüler an insgesamt knapp 90 Aktionen teilnehmen und sich auf abwechslungsreiche, emotionale und praxisnahe Weise mit den Chancen und Risiken des Straßenverkehrs auseinandersetzen. Insgesamt waren 50 Klassen in die beiden Projekttage eingebunden. Die Verkehrssicherheitstage wurden seitens der Schülervertretung organisiert und gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern gestaltet.
Ein zentraler Partner war die Verkehrswacht, die mit einem vielfältigen Angebot vertreten war. Neben einem Motorradsimulator und einem Informationsstand konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit sowie ihr Seh- und Hörvermögen testen oder mithilfe einer VR-Brille verschiedene Verkehrssituationen erleben. Darüber hinaus fanden Richtergespräche sowie themenspezifische Unterrichtseinheiten zu den Themen Ablenkung, Alkohol, Drogen und Verkehrsunfälle statt. Die Mischung aus Information, Selbsterfahrung und persönlichem Austausch sorgte dafür, dass Verkehrssicherheit nicht nur theoretisch vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar wurde.
Ein besonders eindrucksvoller Programmpunkt wurde von der Polizei gestaltet. Rund 150 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Klassen nahmen in der Aula am sogenannten Crash-Kurs teil. Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Rettungskette – darunter Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Unfallbeteiligte sowie ein Bestatter – berichteten eindrucksvoll von ihren persönlichen Erfahrungen mit schweren Verkehrsunfällen im Rhein-Sieg-Kreis. Die authentischen Schilderungen gingen den Jugendlichen sichtbar unter die Haut und machten deutlich, welche Folgen ein einziger Moment der Unachtsamkeit haben kann.
Das Fazit vieler Beteiligter fiel eindeutig aus: „Die Veranstaltung hat alle Erwartungen übertroffen.“ Die emotionale und zugleich authentische Atmosphäre machte den Crash-Kurs erneut zu einem der eindrucksvollsten Programmpunkte der Verkehrssicherheitstage.
Erstmals bot die Polizei zudem eine Veranstaltung speziell zum Thema E-Scooter an. Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler standen dabei sicheres Verhalten, rechtliche Grundlagen und typische Unfallursachen im Mittelpunkt. Angesichts steigender Unfallzahlen mit E-Scootern leistete dieses Angebot einen wichtigen Beitrag zur Prävention.
Auch der ADAC war erneut mit mehreren Aktionen vertreten. Neben einem Informationsstand, an dem über Leistungen des ADAC informiert wurde und zeitlich begrenzte Mitgliedschaften vergeben wurden, konnten die Schülerinnen und Schüler in einem Überschlagssimulator hautnah erleben, welche Kräfte bei einem Fahrzeugüberschlag wirken. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Parcours mit Rausch- und Drogenbrillen, bei dem deutlich wurde, wie stark Alkohol und Drogen Wahrnehmung, Gleichgewicht und Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
Großes Interesse weckten außerdem Vorträge eines Rechtsanwalts, der über Verkehrsdelikte, rechtliche Konsequenzen und aktuelle Fragestellungen informierte. Besonders geschätzt wurde dabei die Möglichkeit, individuelle Fragen direkt mit einem Experten zu diskutieren.
Erstmals beteiligten sich auch zwei Hennefer Fahrschulen an den Verkehrssicherheitstagen. Die Fahrschule Lambertz stellte moderne Fahrerassistenzsysteme vor und zeigte den Jugendlichen praxisnah, wie ein Anhänger korrekt an eine Anhängerkupplung angeschlossen wird – Fähigkeiten, die vielen im späteren Alltag begegnen werden.
Für viele der jüngeren Schülerinnen und Schüler war jedoch das Angebot von Kevin‘s Fahrschule das absolute Highlight. Unter Anleitung eines Fahrlehrers durften Jugendliche ohne Führerschein erstmals selbst ein Auto auf einem abgesperrten Parcours steuern. Dabei standen unter anderem Gefahrenbremsungen sowie Fahrten mit einer Rausch- und Drogenbrille auf dem Programm. Für viele war es die erste eigene Fahrerfahrung überhaupt – eine Erfahrung, bei der zahlreiche Schülerinnen und Schüler über sich hinauswuchsen und gleichzeitig ein besseres Verständnis für Verantwortung im Straßenverkehr entwickelten.
Die beiden Verkehrssicherheitstage zeigten eindrucksvoll, wie wirkungsvoll Präventionsarbeit sein kann, wenn Information, Emotion und praktisches Erleben miteinander verbunden werden. Das Carl-Reuther-Berufskolleg bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Partnern, Organisationen und Ehrenamtlichen, die mit großem persönlichen Engagement sowie erheblichem Zeit- und Kostenaufwand diese Veranstaltung ermöglicht haben.
Gemeinsam ist es gelungen, einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten – informativ, emotional und mit viel Freude am Mitmachen. Die beiden Projekttage haben eindrucksvoll gezeigt, dass nachhaltige Präventionsarbeit dort beginnt, wo junge Menschen Verkehrssicherheit nicht nur lernen, sondern selbst erleben.























