Unsere Mitwirkung bei Monoista: Bau von Gartenmöbeln für das Haus der Geschichte in Bonn
Von Eva Dernóczi
Upcycling und Geschichte zum Anfassen – unsere Mitwirkung bei einem Projekt von Monoista
Am Abend des 6. Juni 2026 wurde im Haus der Geschichte in Bonn ein besonderer Ort offiziell eröffnet: der neugestaltete Museumsgarten. Denn rund 30 Jahre lang blieb der Museumsgarten hinter dem Haus der Geschichte in Bonn nahezu unentdeckt. Jetzt ist er umfassend modernisiert worden und lässt Besucherinnen und Besucher auf besondere Weise Geschichte erleben – passend zur Ausstellung. Zwischen 19 und 21.30 Uhr versammelten sich geladene Gäste, um ein Projekt kennenzulernen, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf ungewöhnliche Weise verbindet. Der neu gestaltete Garten ist mehr als eine Außenanlage: Er gehört zur Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte“ und führt Besucherinnen und Besucher durch Jahrzehnte deutscher Gartenkultur. Dabei wirkt er nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Aufenthaltsraum – zum Verweilen, Spielen und Entdecken. Das Haus der Geschichte selbst zählt zu den wichtigsten Museen Deutschlands zur Zeitgeschichte seit 1945 und erreicht jährlich hunderttausende Besucherinnen und Besucher.
Möbel mit Vergangenheit: Upcycling aus Ausstellungsteilen
Ein zentrales Highlight des Gartens sind die neuen Gartenmöbel. Sie wurden aus alten Metallteilen einer früheren Ausstellung gefertigt und erzählen so ihre eigene Geschichte weiter. Entworfen und gebaut wurden sie von der Möbel- und Metalldesignerin Anna Sänger, die unter dem Namen Monoista bekannt ist. Unsere Klassen MM23A, MA25A und AM25A waren mit Martin Wilperath sowie der Klasse GI25A mit Paul Schroeder und Stefan Zündorf intensiv in das Projekt involviert und haben Anna Sänger unterstützt. Anna Sänger steht für kreatives Metallhandwerk und gewährt Einblicke über ihre Social‑Media‑Kanäle – insbesondere Instagram – in ihre Arbeit. Ihr erklärtes Ziel ist es, insbesondere Frauen und Nachwuchs für Metallberufe zu interessieren – ein Anspruch, der sich auch im Bonner Projekt widerspiegelt. Die Idee, historische Materialien weiterzuverwenden, verbindet Nachhaltigkeit mit einem lebendigen Geschichtsverständnis: Alte Objekte werden neu interpretiert und Teil des Alltags. Unsere Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit Monoista an der Umsetzung der Möbel. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Kooperationen zwischen Kulturinstitutionen und beruflicher Bildung gelingen können. Im Rahmen von Erasmus+ sammelten Schülerinnen und Schüler des Technikgymnasiums (Klasse GI25A) Einblicke bei der Firma Zinq in den Niederlanden, wo sie mit Monoista zusammen hinfuhren, um die industrielle Metallverarbeitung und Pulverbeschichtung kennenzulernen.
Rednerinnen und Gesprächspartnerinnen
Die Eröffnung wurde durch mehrere Expertinnen aus Kultur, Bildung und Praxis begleitet: Dr. Ruth Rosenberger eröffnete den Abend mit einer Begrüßung. Als Vertreterin des Präsidenten und Direktorin Digitale Dienste der Stiftung Haus der Geschichte prägt sie seit Jahren die digitale und strategische Entwicklung des Museums. Sie gilt als wichtige Stimme für die Verbindung von analogem Museum und digitaler Öffentlichkeit. Im anschließenden Gespräch standen zwei Perspektiven im Mittelpunkt: Anja Klein, Gärtnerin und Autorin, brachte ihre Expertise aus dem Bereich zeitgemäßer Gartenkultur ein. Sie erreicht über Bücher, Blog und Social Media eine große Community rund ums Gärtnern und vermittelt praxisnahes Wissen – häufig mit persönlichem und nachhaltigem Ansatz. Sie band die Johannes‑Gutenberg‑Schule aus Heidelberg in das Projekt ein, plante und baute mit der Schülerschaft ein autarkes, nachhaltiges „grünes Klassenzimmer“ im Museumsgarten. Sie haben so einen Bildungs- und Lernort im Freien geschaffen. Anna Sänger erläuterte den kreativen Entstehungsprozess der Möbel und die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Die Moderation übernahm Dr. Simone Mergen, Direktorin für Bildung und Publikumsservice des Hauses der Geschichte. Sie ist Expertin für moderne Museumsvermittlung und setzt sich dafür ein, Museen als Orte aktiver Teilhabe zu gestalten
Ein Garten als Symbol
Der neue Museumsgarten steht für mehrere zentrale Ideen: Geschichte ist lebendig – sie wird gestaltet und weiterverwendet, Nachhaltigkeit durch Upcycling historischer Materialien, Partizipation durch die Einbindung von Lernenden, Vernetzung von Museum, Handwerk und Öffentlichkeit. Gerade die Verbindung von Social Media, Handwerkskultur und Museum zeigt sich als zukunftsweisend: Während das Haus der Geschichte seine Inhalte digital verbreitet, erreicht Monoista über Instagram gezielt eine junge Zielgruppe – gemeinsam entsteht so ein neues Publikum für kulturelle Bildung.
Mit der Eröffnung des Museumsgartens ist im Haus der Geschichte ein Ort entstanden, der weit über klassische Ausstellungskonzepte hinausgeht. Die Verbindung von Design, Handwerk, Bildung und Geschichte macht das Projekt zu einem Beispiel für innovative Museumsarbeit.




























