Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: berufsschule

Zukunft bauen: Passivhaus trifft Beton

Mitte März bildeten wir Lehrkräfte des Schulbereichs Bautechnik uns erneut praxisnah fort. Im Mittelpunkt der Fortbildung in Heidelberg stand das Thema „Passivbauweise versus Beton pur“.

Führung durch die Passivhaus-Siedlung

Frau Panzini vom Heidelberger Stadtmarketing führte uns durch eine der weltweit größten Passivhaus-Siedlungen. Auf einer Fläche von rund 116 Hektar entstehen dort etwa 3.700 Wohneinheiten für circa 6.800 Menschen. Einige von uns fanden die verdichtete Bauweise der Passivhäuser städtebaulich gelungen, andere konnten sich nicht vorstellen, so beengt zu wohnen.

Schulung bei der Betotech GmbH

Der Schwerpunkt der Fortbildung war die Schulung am folgenden Tag. Der Betonspezialist Nils Tobe von der Betotech GmbH gab uns fundierte Einblicke in die Entstehung von Schäden an Betonbauwerken, von Rissen und Abplatzungen über Lunker (kleine Hohlräume) bis hin zur Korrosion der Bewehrung.

Wir mussten selbst aktiv werden: Durch das Anheben von Probewürfeln konnten wir direkt erfahren, warum Strahlenschutzbeton (der Stahlkugeln enthält) deutlich schwerer ist als herkömmlicher Beton. Wir lernten auch verschiedene Prüfverfahren kennen, darunter den Rückprallhammers und die Humm-Sonde zur Qualitätskontrolle von Beton und das magnetinduktive Detektionssystem (Ferroscan) zur Ermittlung von Lage, Tiefe und Durchmesser der Bewehrung in Betondecken. Das ist wichtig, um die Standfestigkeit eines Gebäudes zu prüfen.

Bauzeichner und künftige Bautechnische Konstrukteure müssen Bewehrungslagen in Betonbauteile einzeichnen, Maurer müssen Bewehrungen einbringen, Dachdecker decken Betondachsteine: Klar wurde anhand der analysierten Schadensbilder, wie wichtig sorgfältiges Arbeiten in allen Bauberufen ist.

Neue Technologien im Unterricht

Vieles von dem neu gewonnenen Wissen werden wir direkt in den Bautechnik-Unterricht einbringen, insbesondere die Bedeutung der richtigen Zusammensetzung moderner Betonzusatzstoffe. Ein anschauliches Beispiel ist Carbonfaserbeton, der mit Carbonfasern verstärkt wird und spezielle Zemente erfordert, um hohe Festigkeit bei geringem Gewicht zu erreichen. Diese Zemente werden unter anderem von Heidelberg Materials hergestellt. Erst seit der Einweihung des Forschungsgebäudes CUBE in Dresden im Jahr 2022 wird Carbonbeton verstärkt in der Bauwirtschaft eingesetzt. Auch für uns Lehrkräfte gab es einiges Neues zu lernen.

Kultureller Ausklang

Am Abend gab es eine architektonische Stadtführung durch das historische Heidelberg. Spannend war der Kontrast zwischen hochtechnischen modernen Betonwerkstoffen und dem kulturellen Erbe der Stadt, die von schönem Buntsandstein geprägt ist.

Was für ein Auftakt für die DKMS-Aktion am CRBK!

Schon 66 Registrierungen – ihr seid unglaublich!

Nach den Osterferien geht’s weiter – jede einzelne Registrierung kann Leben retten.
Danke an alle, die schon dabei sind!

Ehemaliger Schüler berichtet von seiner Offizierslaufbahn

Von Eva Dernóczi

Oscar begann nach seinem Abitur, das er 2023 bei uns ablegte, seine Offizierslaufbahn bei der Marine. Nun steht er kurz davor Leutnant zu werden. Zu Beginn seines Vortrags stellte er sich vor: Er ist 22 Jahre alt, stammt aus Siegburg und lebt heute in München, wo er im Rahmen seiner militärischen Ausbildung studiert. Seine Zuhörerschaft bestand aus vielen Schülerinnen und Schülern der unterschiedlichen Bildungsgänge der HBFS-Klassen, die bei uns ein Fachabitur absolvieren, es kamen aber auch Schüler der Klassen des beruflichen Gymnasiums zu seinem Vortrag. Drei seiner ehemaligen Mitschüler, Arne, Ben und Tassilo, waren auch als Gäste dabei und berichteten auch kurz über ihre Studiengänge (Elektrotechnik und Maschinenbau).

Köln – Flensburg

Oscar berichtete davon, wie sein Weg im Assessment-Center in Köln begann. Dort absolvierte er die umfangreichen Eignungsprüfungen, bevor er an die Marineschule Mürwik in Flensburg wechselte. Besonders spannend war für die Schüler zu hören, dass Offiziersanwärter der Marine, des Heeres und der Luftwaffe unterschiedliche Ausbildungsorte haben – etwa die Offizierschule der Luftwaffe in Roth bei Nürnberg oder die Offiziersschule des Heeres in Dresden. Einen guten Einblick erhielten die Lernenden auch in Oscars Motivation: Die Bundeswehr biete vielfältige berufliche Perspektiven, hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten und ein gesichertes Einkommen. Besonders überzeugend schilderte er die Kameradschaft, die man im militärischen Alltag erfahre. Ebenso hob er die Vorteile des Studiums hervor: kleine Seminargruppen, direkte Betreuung, kostenlose Studienmaterialien und ein festes Gehalt ab dem ersten Tag.

Sein Studium in München

Oscar studiert derzeit an der Universität der Bundeswehr Staats- und Sozialwissenschaften in München. Dass die Bundeswehr ein breites Spektrum an Studiengängen anbietet – von Ingenieurwissenschaften über IT bis zur Medizin an externen Universitäten – überraschte viele Zuhörer. Zudem erklärte er, welche Wege nach dem Abitur möglich sind: vom freiwilligen Wehrdienst über verschiedene Soldatenlaufbahnen bis hin zur Offiziersausbildung, für die meist eine Verpflichtungszeit zwischen 13 und 17 Jahren gilt. Er selbst hat sich für 13 Jahre verpflichtet und verfolgt das Ziel, Berufssoldat zu werden. Besonders eindrucksvoll waren seine Erzählungen von den Fahrten auf der Fregatte Baden-Württemberg. Dort war die Bundeswehr im Rahmen der UNIFIL-Mission im Libanon eingesetzt. Oscar schilderte, wie internationale Zusammenarbeit an Bord funktioniert und welche Aufgaben deutsche Marinesoldaten in einer UN-Beobachtermission übernehmen.

Praktische Tipps für Bewerbungen

Neben den persönlichen und beruflichen Einblicken gab Oscar den Schülerinnen und Schülern praktische Tipps für eine mögliche Bewerbung: Man solle sich frühzeitig informieren – durch Bücher, Videos oder Gespräche mit Karriereberatern – und auf körperliche Fitness achten, da diese ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sei. Auch warnte er vor unseriösen Versicherungsangeboten, da Soldaten selbst keine Versicherungen verkaufen dürfen und junge Bewerber hier oft angesprochen werden. Am Ende ließ Oscar in Kleingruppen verschiedene realistische Szenarien durchspielen. Dazu gehörten Aufgaben wie das Priorisieren von Ausrüstung für einen Marsch, das Reagieren auf Katastrophenlagen in Deutschland, der Aufbau eines Lagers in der Wildnis oder die Rettung einer verletzten Person in einem Krisengebiet. Die Schüler mussten jeweils überlegen, wie sie als Team vorgehen würde, welche Entscheidungen zuerst getroffen werden müssten und welche Fähigkeiten dabei besonders wichtig sind. Jannick (GI25A) fand Oscars Vortrag „extrem interessant. Er hat das Ganze sehr spannend gestaltet. Er hat bei vielen Schülern großes Interesse an der Bundeswehr geweckt!“ Lukas (GI25A) fand den Vortrag „sehr lehrreich. Er hat einen guten Einblick in das Leben und Geschehen der Bundeswehr gegeben.“

Meet a Jew – Begegnungen, die wichtig sind

Von Eva Dernóczi

Am 11. März 2026 fand – wie bereits seit mehreren Jahren üblich – erneut eine Begegnung mit Gästen des Projekts „Meet a Jew“ statt, zu der die Courage-AG eingeladen hatte. Die Klasse EH24A, die im Juni ihr Fachabitur absolviert, sowie zwei Klassen des beruflichen Gymnasiums (Jahrgangsstufen 11 und 13) erhielten dabei die Gelegenheit, in einer offenen und angenehmen Atmosphäre mit zwei jüdischen Gästen ins Gespräch zu kommen. Da weltweit nur rund 15,3 Millionen Jüdinnen und Juden leben, ist eine persönliche Begegnung für viele Menschen selten. „Meet a Jew“ möchte Vorurteile abbauen und Wissen über jüdisches Leben in Deutschland vermitteln. Aus Sicherheitsgründen erfährt man vorher weder etwas über den religiösen Hintergrund, den Wohnort noch den Beruf der Gäste – bis zuletzt sind nur ihre Vornamen bekannt. „Meet a Jew war eine wichtige Begegnung, weil man mal direkt mit jüdischen Personen sprechen konnte. So hat man mehr über ihr Leben und ihre Religion gelernt und konnte Vorurteile abbauen!“ – so Maurice (EH24A), seine Klassenkameraden stimmten ihm zu. Abdullah (EH24A) fand die Begegnung sehr interessant und fand es gut, dass es ein sehr offener Kontakt auf Augenhöhe war, Piet stimmte ihm zu und fand gut, Einblicke in das Leben jüdischer Menschen zu bekommen.

Antisemitismus ist omnipräsent

Zu Besuch waren erneut die 57‑jährige Miriam und der 28‑jährige Steve, die bereits vor drei Jahren schon einmal bei uns waren. Steve berichtete, dass er bereits an hunderten von „Meet a Jew“-Begegnungen teilgenommen hat. Miriam berichtete zu Beginn von den „Stolpersteinen“ ihrer Urgroßeltern in Freiburg, die sie mit ihrer Familie bald besuchen will. Der deutsche Künstler Gunter Demnig entwickelte in den 1990er Jahren die Idee zu den Stolpersteinen. Die kleinen Gedenksteine sollen an das Schicksal einzelner jüdischer Menschen erinnern. Überall in Europa erinnern sich Menschen dadurch an verschiedenen Orten an die Opfer des Nationalsozialismus. Miriam sprach offen an, warum sie sich manchmal in Räumen – wie in einem Klassenraum – unwohl fühlt – aus Angst, Opfer eines Anschlags werden zu können. Diese tief verankerte Angst, begleitet sie seit ihrer Kindheit und sei ein Ergebnis des weit verbreiteten Antisemitismus. Sie möchte ihre Identität nicht verstecken, gleichzeitig aber keinen Anfeindungen ausgesetzt sein und erträgt es nur schwer, dass ihre Tochter ihre Davidstern-Kette offen zeigt. Steve trägt, wie er sagte, als „Experiment“ sogar in der Öffentlichkeit eine „Kippa“, um zu testen, ob er Attacken erlebt oder nicht.

Vielfalt im Judentum

Beide Gäste hoben hervor, dass es im Judentum eine große Vielfalt an religiösen Strömungen gibt. Das fand Silas (GI23A) sehr hilfreich, „da es den Unterschied zwischen gläubigen und nicht religiösen Juden verdeutlicht hat.“ Dadurch wurden verschiedene Perspektiven innerhalb des Judentums verständlich. Ihrer Einschätzung nach lebt der Großteil der jüdischen Menschen eher säkular oder liberal. Als problematisch empfinden sie, dass in Filmen häufig ausschließlich streng orthodoxe Jüdinnen und Juden gezeigt werden, obwohl diese in ihren Augen nur eine kleinere Gruppe repräsentieren. Zudem machten sie deutlich, wie viele Fakenews und Mythen über Juden verbreitet werden, aktuell vor allem über die sozialen Medien. Steve erzählte, dass er als Jugendlicher selbst sehr streng religiös lebte, sich inzwischen jedoch als liberal bezeichnen würde. Er schilderte, welche Konflikte durch eine strenge orthodoxe Lebensweise entstehen können, etwa weil jegliche Form von Arbeit am Schabbat verboten ist. Miriam bezeichnete sich als religiös, aber nicht streng orthodox, sie betet jeden Morgen sehr intensiv. Zum Abschluss führten die beiden ein interaktives Spiel durch, bei dem die Schülerinnen und Schüler entscheiden sollten, welche Lebensmittel koscher sind und welche nicht. Ruben (GI25A) fand „Meet a Jew richtig gut, weil es sehr informativ, aber auch lustig war. Beide waren sehr offen und man konnte alles fragen!“ Lukas (GI25A) bestätigte diese Ansicht: „Ich bin zwar mit einer etwas anderen Erwartung und Vorstellung reingestartet, wurde aber positiv überrascht. Man konnte offen alle Fragen stellen und hat gute Antworten bekommen. Es war sehr interessant mehr über das Leben der beiden zu erfahren!“ 

Belgische Delegation zu Gast am CRBK

Am 19. März informierten sich zwölf Schulleiter aus der belgischen Provinz Limburg am CRBK über das deutsche Bildungssystem. Nach einer allgemeinen Einführung hatten die Gäste Gelegenheit in diversen Werkstätten, Laboren und Fachräumen ins Gespräch mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern zu kommen. Im Anschluss an das Mittagessen in der schuleigenen Kantine besuchte die Delegation die Ausbildungsfirma Mannstaedt in Troisdorf um weitere Informationen über die Ausbildung im dualen System zu erhalten. 

Es ist wieder soweit: Unsere nächste DKMS-Registrierungsaktion steht an! Gemeinsam besiegen wir Blutkrebs!

Wusstest du schon? An unserer Schule haben sich bisher 1.247 Schüler:innen als potenzielle Stammzellspender:innen registriert – 22 von ihnen haben inzwischen bereits tatsächlich Stammzellen gespendet und einem betroffenen Menschen die Hoffnung auf ein zweites Leben geschenkt!

In den nächsten Wochen kommen wir zu dir in den Unterricht und informieren über die Stammzellspende. Die ersten Infovorträge zum Thema Blutkrebs und Stammzellenspende mit anschließender (freiwilliger) Registrierung starten Montag und Dienstag. Nach den Ferien geht es weiter.

Du bist gesund und mindestens 17 Jahre alt? Dann kannst du dich im Anschluss an die Infoveranstaltung als potenzielle:r Stammzellspender:in registrieren lassen und vielleicht bald ein Leben retten. Eine Spende ist ab 18 Jahren möglich. Worauf warten? Lass uns wieder neue Lebenschancen schaffen!