Besuch „SEELE trifft auf Schule“ – Workshops zur psychischen Gesundheit
Von Eva Dernóczi
Einen besonderen Besuch durften kürzlich zwei unserer Klassen erleben: Im Rahmen des Projekts „Seele trifft auf Schule“ des Vereins HfpK e.V. Bonn/Rhein-Sieg kam Referent John Douglas an unsere Schule, um am 05. März mit Schülerinnen und Schülern der BH25A und am 17. Juni mit der TH25A über das wichtige Thema „Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen“ ins Gespräch zu kommen. „Ich fand gut, dass er sehr offen gesprochen hat und wir viel über psychische Krankheiten wie z.B. Depressionen gelernt haben“, so Valentin (BH25A), „die Geschichte eines persönlich Betroffenen zu hören, war sehr ergreifend.“ Der gemeinnützige Verein HfpK e.V. setzt sich seit vielen Jahren für die Förderung der seelischen Gesundheit durch Prävention, Beratung und Aufklärung ein und führt regelmäßig Schulveranstaltungen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis durch. Die Materialien des Vereins hatten wir bereits im Religionsunterricht durchgenommen. „Ich finde es sehr gut, dass Frau Dernóczi den Verein eingeladen hat, weil psychische Erkrankungen sehr viele junge Menschen betreffen. Mit diesen Themen und dem Workshop, den sie an unserer Schule organisiert hat, hilft sie vielen Menschen, den ersten Schritt zu machen und sich Hilfe zu holen.“, so Ariana (TH25A)
„Was ist eigentlich eine Seele und seelische Gesundheit?“
Zu Beginn des Workshops stellte John Douglas eine einfache, aber tiefgehende Frage:
„Was genau versteht Ihr unter einer Seele?“ Schnell wurde deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen in der Klasse sind. Die Antworten reichten von „Gefühle“ über „das Innere eines Menschen“ bis hin zu „das Bewusstsein, was uns ausmacht“, so Schüler der TH25A. Dieser offene Einstieg ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, sich aktiv einzubringen und eigene Gedanken zu entwickeln. Darauf aufbauend wurde gemeinsam erarbeitet, was seelische Gesundheit bedeutet. Themen wie Wohlbefinden, innere Ausgeglichenheit, Stressbewältigung, Hobbies und soziale Beziehungen spielten dabei eine zentrale Rolle. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage: Wann ist jemand psychisch gesund – und wann spricht man von einer Erkrankung? John Douglas erklärte anschaulich, dass psychische Erkrankungen vielfältig sind. Gleichzeitig betonte er, dass jeder Mensch Phasen erlebt, in denen es ihm seelisch nicht gut geht – und dass dies zunächst völlig normal ist. Er verdeutlichte, dass eine psychische Erkrankung dann vorliegt, wenn Belastungen über einen längeren Zeitraum anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen. Dabei wurde auch herausgestellt, wie wichtig es ist, frühzeitig Hilfe zu suchen und Unterstützung anzunehmen. Denn, wenn wir von Krankheit sprechen, dann betrifft das viele Bereiche des Lebens, wie z.B. die Alltagstauglichkeit, Beziehungsfähigkeit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit. „Das war sehr gut, denn er ist auf jede Frage eingegangen und hat versucht die Schüler mit einzubeziehen“, so Gustav, 17 Jahre alt (BH25A), „außerdem hat er offen und persönlich über Problem in der eigenen Familie gesprochen“, das betonte auch der 23-jährige Michael (TH25A), der ergänzte: „Das hat den Workshop sehr authentisch gemacht und gerade bei sensiblen Themen wie Depression oder Sucht einen echten Zugang geschaffen.“
Lernen durch persönliche Einblicke
John Douglas gelang es, durch lebensnahe Situationen eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Ein zentrales Ziel der Veranstaltung war es, Berührungsängste und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen. Denn noch immer gelten diese oft als Tabu, obwohl immer mehr junge Menschen betroffen sind. Die Schülerinnen und Schüler nahmen zahlreiche Impulse mit, etwa wie sie bei sich selbst oder im Freundeskreis Warnsignale erkennen und reagieren können. Die Veranstaltung machte deutlich, dass seelische Gesundheit genauso wichtig ist wie körperliche Gesundheit – und dass Schule ein Ort sein sollte, an dem auch darüber gesprochen werden darf. Wir bedanken uns herzlich bei John Douglas für seine wichtigen Impulse. Solche Angebote leisten einen wertvollen Beitrag dazu, unsere Schülerinnen und Schüler für einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren. „Deshalb finde ich es sehr gut und wichtig, dass Frau Dernóczi solche Themen auf den Tisch bringt. Sie zeigt damit, dass niemand allein ist. Außerdem macht sie deutlich, dass viele andere Menschen ähnliche Schwierigkeiten durchgemacht haben und ihren Weg daraus gefunden haben. Ich finde es sehr gut, dass die Schule sich mit diesen Themen beschäftigt!“, so Ariana (TH25A)


