Das SPZ sprach über psychische Erkrankungen
Von Eva Dernóczi
Eine unserer Tischler-Klassen der Mittelstufe (HT24A) erhielt am 12. Mai 2026 Besuch vom Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ). Die Veranstaltung fand statt, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu vertiefen und deutlich zu machen, wie wichtig ein unterstützender und verständnisvoller Umgang mit Betroffenen ist. „Das ist gut, dass wir diese Themen im Religionsunterricht durchnehmen, egal ob mit Expertinnen oder als Unterrichtsreihe, weil so Betroffene wissen, dass sie sich nicht schämen müssen und Hilfe erhalten können.“, so die 38-jährige Jenny-Carina Osmialowski (HT24A). Die beiden Referierenden, Martin Schmidt, Leiter des Fachbereichs Sozialpsychiatrisches Zentrum, und Lisa Heuser, Teamleiterin im SPZ mit Schwerpunkt in der Beratung und Unterstützung von Betroffenen, informierten die Schülerinnen und Schüler über ihre Arbeit und klärten über psychische Erkrankungen auf. Das SPZ der Diakonie mit seinen Standorten in der Emil-Müller-Straße 6 sowie in der Poststraße 91 in 53840 Troisdorf bietet Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Ziel ist es, Betroffene im Alltag zu begleiten, ihre Lebensqualität zu verbessern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Was sind psychische Erkrankungen?
Zu Beginn der Unterrichtseinheit stellten die Referierenden eine zentrale Frage in den Raum:
„Welche psychischen Erkrankungen gibt es?“ Die Schülerinnen und Schüler brachten ihr vorhandenes Wissen ein, bevor das Thema durch einen kurzen Film vertieft wurde. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig psychische Erkrankungen sind. Thematisiert wurden unter anderem: Angststörungen, Zwangserkrankungen, Depressionen, Schizophrenie, Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).
Ein zentraler Fakt verdeutlichte die Bedeutung des Themas. Denn mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leiden laut der World Health Organisation (2025) an psychischen Erkrankungen.
Einblick in Symptome und Ursachen
Im weiteren Verlauf erklärten Lisa Heuser und Martin Schmidt anschaulich, dass sich die Symptome psychischer Erkrankungen stark unterscheiden können. Sie reichen von anhaltender Traurigkeit und Antriebslosigkeit über Angstzustände bis hin zu Wahrnehmungsveränderungen oder zwanghaften Gedanken und Handlungen. Besonderes Interesse zeigte die Klasse bei der Frage: „Woher kommen psychische Erkrankungen?“ Die Referierenden machten deutlich, dass es keine einzelne Ursache gibt, sondern meist mehrere Faktoren zusammenwirken. Dazu gehören: Biologische Faktoren wie Veränderungen im Gehirn oder ein Ungleichgewicht von Botenstoffen (z. B. Serotonin- oder Dopaminmangel), Genetische Veranlagung, Belastende Lebensereignisse oder Schicksalsschläge, Drogenkonsum, Individuelle Vulnerabilität, also eine erhöhte persönliche Anfälligkeit. Die Herausforderung bei psychischen Erkrankungen ist oft, dass man sie nicht sieht und – anders als bei körperlichen Beschwerden – die Behandlungsmöglichkeiten oft unbekannt sind (Therapie, Klinikaufenthalte, medikamentöse Behandlung, Prävention, Stabilisierung). Die Arbeitsbereiche des SPZ wurden vorgestellt, z.B. der „Ambulant aufsuchender Dienst“, Beratung für Betroffene und Angehörige, Vermittlung von Hilfsangeboten, Gruppenangebote und soziale Aktivitäten, Krisenhilfe, Tagesstruktur und Beschäftigung. Ziel: Unterstützung für ein selbstständiges und stabiles Leben.
Offen sprechen – Vorurteile abbauen
Ein besonders wichtiger Aspekt des Besuchs war der offene Umgang mit psychischen Erkrankungen. Die Referierenden ermutigten die Schülerinnen und Schüler, Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen und Vorurteile zu hinterfragen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Aufklärung ist, um Berührungsängste abzubauen und Betroffene nicht zu stigmatisieren. Die Schülerinnen und Schüler erhielten nicht nur Informationen, sondern auch einen Einblick in die praktische Arbeit des Sozialpsychiatrischen Zentrums in Troisdorf, Lohmar und Niederkassel. Die Veranstaltung trug dazu bei, Sensibilität für das Thema psychische Gesundheit zu fördern und zeigte, wie wichtig Unterstützung und Verständnis im Umgang mit Betroffenen sind.

















