Carl Reuther lacht Nr. 3 – Mit Comedy gegen Rassismus und Diskriminierung!
Von Thomas Buchholz
Seit mehreren Jahren engagiert sich das Carl-Reuther-Berufskolleg als Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kontinuierlich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Oft mit ernsten Themen und Referenten, aber eben auch mit Humor. Nach zwei erfolgreichen Vorgängerveranstaltungen ging dieses Engagement am Mittwoch, den 28. Januar 2026, in die dritte Runde: „Carl Reuther lacht Nr. 3“.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Courage-AG des Carl-Reuther-Berufskollegs, finanziell unterstützt vom Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein. Schulpfarrerin Eva Zoske-Dernóczi hatte 2022 zum ersten Mal dieses Format initiiert und etabliert, zusammen mit Schülern und Kollegen einzelne Comedians nach deren Veranstaltungen angesprochen. In Kooperation mit dem Städtischen Gymnasium fand das Event im dortigen Pädagogischen Zentrum statt. Rund 760 Schülerinnen und Schüler waren dabei. Aufgrund der großen Nachfrage gab es zwei identische Sessions, die zweite Runde wurde zusätzlich in Gebärdensprache gedolmetscht.
In der Einführungsrede machten die Courage-AG-Leiterin Eva Zoske-Dernóczi, Klaus Köhne und Pharell (TH25A) deutlich, dass Rassismus im Sinne des Soziologen Aladin El-Mafaalani als Ausgrenzung aufgrund unveränderlicher Merkmale verstanden werden kann und somit grundsätzlich an jeder Schule vorkommt. „Schule ohne Rassismus“ ist keine Auszeichnung, sondern bedeutet vor allem eine Selbstverpflichtung zu einem couragierten und bewussten Umgang mit diesen Themen.
Mit Ill-Young Kim, Djavid Sediqi, Björn von Morgenstern, Freddy Ekué und Timur Turga standen hochkarätige Comedians auf der Bühne, die aus TV-Formaten wie dem „Quatsch Comedy Club“, „Nightwash“ oder dem Kölner Comedy Festival bekannt sind und auch auf Social Media große Reichweiten erzielen. Ziel der Veranstaltung war es, mithilfe von Humor auf Rassismus und Diskriminierung aufmerksam zu machen und Stereotype sowie Vorurteile kritisch zu hinterfragen.
Unser Courage-Pate, Timur Turga, moderierte die Veranstaltung souverän und selbstironisch. Mit ansteckendem Lachen sprach er über Blindheit im Alltag und gab humorvolle Einblicke in seinen tragikomisches Lebensalltag. Ill-Young Kim griff in seinem Auftritt Klischees über Asiaten auf und erzählte Anekdoten über falsche Zuschreibungen, sprachliche Missverständnisse und kulturelle Vorurteile. Björn von Morgenstern, der einzige Comedian ohne Migrationshintergrund, begann seinen Auftritt lakonisch mit der Bemerkung, man habe wohl auch einen „Täter“ gebraucht. Er berichtete anschließend humorvoll und gekonnt Gestik und Mimik einsetzend von alltäglichen Missverständnissen mit der Kommunikation. Djavid Sediqi, der einen afghanischen Hintergrund hat, bezog das Publikum gekonnt ein und erzählte unter anderem von rassistischen Erfahrungen im privaten Umfeld, interkulturellen Missverständnissen sowie von Problemen aufgrund seines Namens. Freddy Ekué sprach lässig über seine österreichisch-afrikanischen Wurzeln, seine Kindheit in Bayern, über Diskriminierung und familiäre Erfahrungen und Gewalt. Dabei verband er ernste Themen gekonnt mit Humor und traf damit einen Nerv beim Publikum.
Die Rückmeldungen aus der Schülerschaft fielen sehr positiv aus. „Das war absolut megageil“, so Nicolai (TH25B), „Comedy erreicht viel mehr Menschen beim Thema Alltagsrassismus“. Viele Schüler pflichteten ihm bei. Tom (TH24A) bestärkte: „Es ist eine echt andere Art, auf das Thema aufmerksam zu machen!“ David (GI24A) des beruflichen Gymnasiums betonte: „Der Besuch hat sich gelohnt“, da die Veranstaltung sowohl Spaß gemacht als auch ein klares Statement gegen Rassismus gesetzt habe. Erik (GI23A) hob besonders hervor, dass die Veranstaltung ja sogar kostenlos für alle gewesen sei und lobte die gute Atmosphäre sowie das abwechslungsreiche Programm für unterschiedliche Zielgruppen.







